4 Blog-Blockaden auf Reisen
Einige Dinge haben mich unterwegs vom Bloggen abgehalten – ihr habt es vielleicht gemerkt. Das Problem wird in einem Blogteam, wie wir es sind, etwas entschärft – für alle Arten von Blogs gilt: im Team läuft das x-fach besser. Ist man sich der Blockaden bewusst, kann man aber auch als Solo-Blogger gewisse Massnahmen einleiten, um den Blog-Flow aufrecht zu erhalten.
1. Zu zeitnah bloggen wollen – man erlebt zu viel
Anfangs ist man motiviert, das Erlebte möglichst zeitnah zu verbloggen. Schliesslich ist es schon alter Kaffee, wenn man in der Zwischenzeit drei erlebnisreiche Tage verbracht hat. Alter Kaffee verbloggt man ungerne.
Massnahme: Leser-Perspektive beachten. Ein spannendes Erlebnis ist spannend – unabhängig davon, ob mittlerweile andere Dinge passiert sind. Alter Kaffee eiskaltknallhart heiss verbloggen.
2. Langsame Internetverbindungen verderben Multimedia
Da muss man sich daran gewöhnen. Wer allerdings viel Videos und Fotos verbloggen will, wird dadurch mächtig ausgebremst. Ich habe deshalb noch einiges an alten Videos, die noch keinen Weg ins Web gefunden haben.
Massnahme: auch mal einen kurzen Bericht ohne Bilder online stellen. Ich weiss, das ist der Anti-Bloggen-Tipp schlechthin. Wenn es irgendwie geht, ein Foto hochzuladen, lohnt sich das natürlich. Wenn nicht, trotzdem schreiben!
3. Andere Projekte stehlen die Online-Zeit
Ich konzentriere mich in der limitiert verfügbaren Online-Zeit oft lieber auf andere Web-Projekte. Dies macht in meinem Fall auch Sinn (finde ich aus verschiedenen Gründen). Der Reiseblog kann aber unnötig leiden darunter.
Massnahme: während langen Busfahrten oder in einer freien Abendstunde kann auch ohne Internetverbindung geschrieben werden. Für Firefox gibt es dazu das Plugin “ScribeFire”, um Blogartikel offline vorzubereiten. Für Smartphones gibt es auch entsprechende Apps bzw reicht auch eine Notizenfunktion. Macht mehr Sinn, als fürs Schreiben Gebühren im Internetcafé zu bezahlen.
4. Alles in der richtigen Reihenfolge veröffentlichen wollen
Es gibt Dinge, über die kann man nur mit Fotos oder Videos berichten. Ein Stimmungsvideo-Beitrag aus einem Nationalpark kommt recht schlecht ohne Video aus. Nur eben kann die Internetverbindung, die ein Veröffentlichen dieses Videos ermöglicht, auf sich warten lassen. Wenn man nun nichts mehr bloggt, weil zuerst das Video dran kommt – baut man sich eine grössere Bloglücke auf. Schlussendlich haben sich dann einige “alter Kaffee” Beiträge aufgestaut.
Massnahme: entspannt mit datenintensiven Beiträgen umgehen. Videos und Fotos kann man durchaus nachliefern. Es gibt wenig Grund dafür, alle Beiträge in genauer Reihenfolge des Geschehens zu veröffentlichen.
Nach den Gedanken zu diesem Artikel nehme ich mir selbst vor, mehr alte Erlebnisse (wie zB unser Erlebnis mit dem Taschendieb in Irkutsk oder dem iPhone-Raub in Saigon) zu verbloggen. Und das Video von unserer Horrorfahrt nach Phu Quy online zu stellen.


Gute Tipps, falls ich selbst mal bloggen sollte… Übrigens sind Reise-blogs die einzigen die ich lese
Gibt’s überhaupt Kaffee – alt, eiskalt oder knallhart – in SO-Asien?
Ab Vietnam gab es vor allem eiskalten Kaffee: Mit Eiswuerfel, Kondensmilch, sehr stark dafuer immer gleich frisch gebraut. In China kommt das bittere westliche Getraenk erst so auf und ist extrem teuer. Wir haben gerade in Pakson uebernachtet, das ist DIE Kaffeestadt in Laos. 5000 Familien leben hier vom Kaffeeanbau. Und jetzt gehen wir dann gleich in eine Kaffeefarm morgen essen und den Kaffee hier ausprobieren.
Danke für die Tipps. Windows Livewriter oder eines der Pendant für OS X können hier sicher helfen Beiträge zu erfassen welche mit Internetanschluss sehr schnell hochgeladen werden können.
Langsame Leitungen kommen mir gerade aus Ecuador sehr bekannt vor. Da musste ich mal ein Firewallupdate von ca 10MB machen. Der Download dauerte über 1h da DL Geschwindigkeit nie mehr als 2.5Kb/s war.
Aus dieser Erfahrung bevorzuge ich mittlerweile wo es geht Programme welche möglichst wenig Daten und nur das wesentliche übertragen.
Bezüglich Datenmengen: Gerade der Hinweis auf eine untergeordnete Rolle der Zeitachse beim Bloggen ist sehr gut. In der Regel haben die einzelnen Erlebnisse ja nicht sehr viel miteinander zu tun. Somit spielt die Reihenfolge wirklich keine Rolle. Ich auf jeden Fall freue mich auf jeden Beitrag von euch.
Hi Sam,
als besten Tip fürs offline bloggen kann ich den Windows Live Writer wärmstens empfehlen. Da kannst Du für alle Arten von Blogs Deine Einträge offline schreiben und als Entwurf speichern. Veröffentlichungsdatum kannst Du ebenfalls anpassen. Wenn Du dann mal wieder online bist, einfach hochladen.
Gruss,
Andrea
Hello, just wanted to say, I enjoyed this article. It was inspiring. Keep on posting!