Hilfe in Yangon

Auf Couchsurfing sind erstaunlich viele Leute von Rangun angemeldet. Sie dürfen offiziell ihre Couch keinem Ausländer zur Verfügung stellen, weil diese nur in lizensierten Hotels und Gästehäusern übernachten dürfen. Viele melden sich auf Couchsurfing an, um Leute für einen Kaffe oder Tee zu treffen. Wir nehmen Kontakt mit Saya auf und verabreden uns in unserer Unterkunft. Pünktlich holt uns Saya ab. Unser neue Freund aus dem Internet ist um die 40, trägt ein Longyi und kaut Tabak.
Freundschaften über Grenzen
Er bringt uns in einen kleinen Teashop in einer Nebenstrasse. Der Shop gehört einem Freund. Wir trinken Tee und burmesisches Citro. Saya erzählt uns, warum er sich bei Couchsurfing angemeldet hatte. Zwischendurch fällt der Strom aus. Wir sitzen im Dunkeln und sehen nur noch die Silhouette von Saya. Er lernte Englisch im Selbststudium, redet fliessend, aber die Aussprache ist etwas unverständlich. Trotzdem bringen wir seine Geschichte mit Couchsurfing am Schluss ungefähr zusammen.
Saya lernte vor einigen Jahren einen Kanadier kennen, der durch Burma reiste. Sie blieben über E-Mail in Kontakt. Als 2008 der Zyklon Nargis über das Land rollte und viele Menschen in den Tod riss meldete sich Saya’s ausländischer Freund und war besorgt um Saya und seine Familie. Sie waren unverletzt. Der Sturm riss jedoch das Dach von ihrem Haus. Der Kanadier spendete ihnen 400 $, damit sie das Dach neu bauen konnten. Aus Dankbarkeit meldete sich Saya bei Couchsurfing an, damit er in Zukunft Ausländern in Burma helfen kann.
Praktische Hilfe
Nach dem Tee führt uns Saya durch die Strassen seiner Heimatstadt, zeigt uns den Bahnhof, die städtische Busstation und verrät uns die besten Wechselkurse für die burmesischen Kyats.
Am nächsten Abend treffen wir uns wieder. Ein Lift bringt uns in das oberste Stockwerk eines Hochhauses. Im gediegenen Restaurant sieht man über die ganze Stadt. Hier hat es einige Ausländer. Die wenigsten Einheimischen können die Preise hier bezahlen. Wir bestellen ein Getränk. Hoch über den Strassen von Rangun fühlen wir uns freier zu reden. Saya erzählt von Medienzensur und anderen schwierigen Situationen in ihrem Land.
Am Schluss gibt er uns seine Telefonnummer. Falls wir auf unserer Reise in Burma Probleme hätten, sollen wir ihn anrufen.


Diese Burma-Geschichten wecken “alte” Erinnerungen…