Koh Rong: Insel zum Zweiten


Strände wie aus Halbweissmehl gibt es auf der Insel Koh Rong. Und nur wenige Leute die sich in diesem feinen Sand panieren und braten. Trotz der flachen Küste erheben sich auf der Insel einige Hügel. Neben den weissen Küstenstränden ist die Insel vor allem mit Wald überzogen.

Die Insel liegt im Golf von Thailand, die Schönheit der Inseln ist vergleichbar mit dem Süden Thailands, aber der Tourismus steckt hier noch in den Kindersandalen.
Schattenseite der Insel: Ab ca. 15 Uhr verderben einem die Sandfliegen den Strandaufenthalt. Wer im Sand sitzt, wird schonunglos verstochen. Im Wasser und in den früheren Stunden ist es jedoch kein Problem.

Zwangserholung
Wir wohnten in einem kleinen Bungalow. Eigentlich wollten wir hier eine Arbeitswoche einlegen, da der Generator aber nur zwischen 18 und 22 Uhr Strom produzierte und die Streckdosen im Restaurant zu dieser Zeit heiss begehrt waren, “zwangen” uns die Umstände in die Hängematte. So blieb uns viel Zeit zum Lesen und über unser Leben zu sinnieren.

Die Entdeckungsfreude lockte uns aber auch aus den Hängematten. Wir buchten bei der Tauchbasis auf Koh Rung zwei Tauchgänge und entdeckten die Unterwasserwelt rund um die Insel.
Weitere Abenteuerlust lockte auf die andere Seite der Insel. In schmaler Pfad führte über einen Hügel durch den Dschungel. Manchmal verschwand der Weg zwischen all dem Grün und wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht verirrten. Unterwegs fanden wir wiedermal eine Schlangenhaut, die so lange wie ich war.

Auf der anderen Seite des Hügels erwartete uns ein relativ steiler Abstieg, der das Gefühl gab, dass auf dieser Seite der Meeresspiegel tiefer unten liegen müsste. Die Mühe des Abstieg machte der nächste Traumstrand wieder wett. Der Strand ist so flach, dass wir zu müde waren, um noch bis ins tiefere Wasser zu waten. In das badewannewarme Wasser sitzen reichte.


Schlangenwarnung
An diesem Strand liegt auch ein kleines Bungalow Resort. Wir trafen den Besitzer, ein Finne. Er fragte uns, mit welchen Schuhen wir gekommen sind. Stolz sagte ich mit Sandalen. Ein Deutsches Paar legte den Weg am Vortag mit Flip Flops zurück, was für die Kletterpartien auf der anderen Seite nicht zu empfehlen ist. Der Finne fand auch unsere Sandalen nicht passend. Auf der Insel habe es sehr viele Schlangen. Er zählte drei besonders giftige Arten auf, Kobra war die einzige, die ich kannte. Er forderte uns auf, langsam den Rückweg in den Angriff zu nehmen, da bald die Sonne untergehen würde und es dann sehr dunkel im Dschungel sei. Er empfahl uns noch Stecken mit auf den Weg, um den Rückweg auf Schlangen abzuklopfen.

Mit etwas mulmigen Gefühlen machten wir uns auf den Rückweg. Die Sonne stand schon ziemlich tief. Nach kurzer Zeit standen wir vor einer Felswand, die uns gar nicht bekannt war. Wo war unser Weg? Hatten wir uns bereits verirrt? Die Nacht hier im Dschungel zu verbringen war keine angenehme Idee. Ich wurde etwas nervös, suchte mir noch einen stabileren Ast. Wir eilten wieder etwas zurück, fanden eine Wegkreuzung und schliesslich auch die Seile, die uns beim Abstieg halfen. Nach dem Aufstieg mussten wir durch grünes Dickicht, mit Stecken den Weg abklopfend balancierten wir über die Baumstämme, die als Weg über dem dichten Unterholz lagen. “Hoffentlich riecht keine Kobra, dass wir ihr Bruder in Hanoi assen”, dachte ich nebenbei. Kurz vor Sonnenuntergang begrüsste uns schliesslich eine Schar Hunde im Fischerdorf auf der anderen Seite der Insel. Wir hatten diesen Tag schlangenfrei überstanden.

Bald vorbei mit der Ruhe
Die Regierung von Kambodscha plant grosse Investitionen auf Koh Rong. Sie möchten die Insel für den Luxus-Tourismus erschliessen, was die Insel in den nächsten Jahren stark verändern könnte.

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6 Antworten

  1. Judith Steiner says:

    @Nachtmeister. Du bist aber schnell:-) Ein Traum den man sich erfüllen kann!

  2. Nachtmeister says:

    “kann”. Das dauert bei mir noch ein paar Jahre. Budget bedingt… Wobei wahrscheinlich die Reise mehr kostet als der Aufenthalt eurer Berichterstattung zu urteilen…

  3. Sam Steiner says:

    @Nachtmeister – das wäre mit ein wenig Template-Verkauf locker finanzierbar :-)

    Es gibt Betten für $3/Nacht dort, das Essen ist zwar “teuer”, für $5/Tag ist man da aber gut bedient. Kostenloses Wifi gibt’s wenn der Generator läuft, was manchmal auch tagsüber der Fall ist (weil sie zurzeit bauen). Aber sonst kauft man einfach eine SIM-Karte (für 1$) und hat mehr Möglichkeiten…

    (aber ja: ein Flug nach Phnom Penh – wohl via Bangkok – wird sicher einige hundert CHF kosten, das weiss ich halt nicht)

  4. Grüezi aus Kambodscha

    besuche doch meinen Blog, ich kenne die Insel und finde es schade, dass die Allgemeinheit diesen paradisischen Einod an den schnöden Mammon verlieren soll….!
    Nomade aus PP

  5. [...] Auf den ersten Blick sieht das ja gut aus für die Insel Koh Rong und die Wirtschaft in Kambodscha; doch bei näherer Analyse wird klar: einmal mehr hat der [...]

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