Smalltalk am Kreisel


In der Nähe eines Verkehrskeisels sitzt ein älterer Burmese auf einer Bank im Schatten eines grossen Baumes. Auf Englisch ruft er uns und lässt uns neben sich auf der Bank Platz nehmen. Er erzählt uns vom Sturm Nargis, der 2008 über die Rangun fegte. Die Stadt sei nicht so stark beschädigt worden, aber seine Verwandten im Irrawady Delta hätte es schwer getroffen.

Ferienjob
Der 60-jährige arbeitet für eine staatliche Autowerkstatt. Er hat eine Woche Ferien, weil das burmesische Neujahr vor der Türe steht. Seine freien Tage verbringt er hier am Verkehrskreisel. Mit einem Kollegen wartet er auf die vielen Autos, die während der Festlichkeiten die Strassen füllen werden. Sie hoffen auf ein paar Autopannen, die sie beheben und damit ihr „Taschengeld“ etwas aufbessern können.

Die Schweiz
Der ältere Burmese fragt uns nach dem Essen in der Schweiz, nach unserer Sprache und wie es in unserem Land aussieht. Dann will er unsere Religion wissen und unseren Beruf. Zu gerne möchte ich ihm meinen Beruf verraten, in diesem Land bleibt dieser jedoch unter Verschluss. Mein Erstberuf Lehrerin gefällt ihm auch. Ich zeige ihm auf meinem Handy Photos aus der Schweiz und von unserer Reise. Bei der Verabschiedung bedankt er sich mit „Nice talking, nice talking.“

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2 Antworten

  1. greyowl says:

    So schade, dass solche interessante Begegnungen durch den politischen Druck eingeschränkt bleiben…

  2. Judith says:

    Wirklich schade. Wir waren gerade auf einem zweitaegigen Trekk und uebernachteten in einem kleinen Dorf im Haus des Chiefs. Wir fuehrten spannende Gespraeche mit unserem Guide. Er meinte, hier im Dorf sei es kein Problem solch politische Gespraeche zu fuehren, aber in der Stadt sollte man das lassen. “Deine ganze Familie bekommst sonst Probleme”.

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