Transsib-Tipps

Transsib Tipps

Rückblickend auf die 9000 Kilometer zwischen Moskau und Peking mit der transsibirischen Eisenbahn, trage ich hier ein paar Tipps zusammen. Dinge, die wir unterwegs gelernt haben, anders machen würden oder eifnach nochmal genauso.

Bequeme Kleidung
Badeschlarpen und Trainerhosen sind beliebte Kleider der mitfahrenden Russen. Innert 5 Minuten nach Abfahrt (oder schon vor der Abfahrt) haben sie in dieses Tenue gewechselt. Schaut das denen ab – schliesslich sitzt man 80 Stunden oder mehr in einem Waggon.

Nicht zu viele Bücher
Man hat Zeit zu Lesen. Aber weniger, als man denkt. Langsam werden E-Book-Reader aktuell – schaut euch nach solchen um, wenn ihr auf eine längere Reise geht. Nur für die Transsib würde ich mit Papier reisen.

Teebecher
So ein Verschliessbares. Man kriegt rund um die Uhr heisses Wasser im Waggon. Viel mehr nicht. Das Wasser wird verwendet, um die beliebten Quick-Lunches zu erwärmen, die man an den Bahnhöfen auf dem Perron kaufen kann. Und eben für Tee.

Tickets in Moskau kaufen
Wer genug Zeit hat – also je nach Saison allenfalls auch kein Problem damit hätte, eine Woche in Moskau auf einen freien Platz im Zug zu warten (zum Beispiel im Godzilla’s Hostel) – dem würde ich das empfehlen. Wir haben in der Schweiz gebucht.

Unterwegs sind wir einigen begegnet, die vor Ort sich um den Platz bemüht hatten und beispielsweise im September problemlos und schnell einen Platz kriegten. Der Papierkram wird allerdings auch komplizierter – man sagt, der fürs Visum nötige Einladungsbrief, könne im Internet bestellt werden.

Der Preis ist massiv günstiger. Moskau – Wladiwostok mit Halt in Irkutsk im Hardsleeper ca EUR 180 (hat jemand genauere Angaben?). Laut Berichten von Travellers braucht man Geduld und Hartnäckigkeit.

Quick-Lunches: vor dem Übergiessen verbrechen
Wenn man diese Quick-Noodle-Lunches vor dem Übergiessen mit Heisswasser 1-2 Mal verbricht, sind die Noodles von mundgerechterer Länge. Jetzt wisst ihr’s.

Elektrische Geräte
In den Zügen mit kleinen Nummern (scheinbar bis ca 10) kriegt man eher ein Luxus-Erlebnis. In den 2. Klasse-Abteilen hat man (neben russisch overdubbed Hollywood-Filmen am TV) 230V-Steckdosen. Ich würde nicht davon ausgehen, dass dies auch in den Zügen mit zweistelligen Nummern so ist. Wenn jemand hier eine genauere Info hat, wäre ich dankbar. Auch wenn man eine russische SIM-Karte hat, fehlt verständlicherweise mitten in den Birkenwäldern oft Empfang und man muss sich mit Menschen abgeben. Be prepared.

Pokerkarten und andere sprachneutrale Spiele
Ein UNO, Tichu oder Satz Pokerkarten kann helfen, etwas Zeit mit Co-Travellers zu überbrücken – dazu vielleicht etwas Chilli-Honig-Vodka schadet meist auch nicht. Schweizerische Jasskarten sind fehl am Platz.

Ein Stunde vor Abfahrt am jaroslaver Bahnhof sein
Viel gibt es dazu nicht zu sagen. Dieser Bahnhof versteckt sich hinter, unter oder neben (genau hab ich das nicht herausgefunden) zwei anderen Bahnhöfen. Es gibt eine Imbiss-Pizzeria dort, also lieber genug früh sein. Erlebnisse wie wir beim Pekinger Westbahnhof wünsche ich nur Leuten mit Nerven (und mir selbst nicht mehr).

Genug russische Rubel dabei haben
Man hält unterwegs nur jeweils für 10 Minuten oder so an Bahnhöfen und hat meist keine Möglichkeit, das Perron zu verlassen – denn der Zug fährt dann weiter, wenn die Stimmung passt (nach einigen Handzeichen der Waggonchefs). Es gibt längere Halte, aber nicht immer funktionierende ATMs.

Toilettenpapier
Mitnehmen.

Zwischenhalte
Wir hielten in Irkutsk zum erstem Mal. Das war zwar eine weite Strecke bis dahin – dafür hat man mehr Zeit, die Mitfahrenden kennen zu lernen. Einige, mit denen wir gespielt, gesungen, diskuttiert (und sie später in Peking nochmal getroffen hatten) hatten etwas Wehmut, als sie ca 1 Tag vor Irkutsk unseren Zug verliessen.

Wer allerdings nur die Transsib macht und von Peking wieder heimwärts fliegt, sollte schon ein paar Halte machen, um von den vielen Birken etwas Abwechslung zu kriegen.

Jahreszeit
Damit bin ich anderer Meinung als Judith. Ich würde die Reise eher etwas später im Jahr unternehmen, wenn die Landschaft verschneit ist und der Zugwagen innen anfängt, Eiskristalle zu bilden. Für eine Weiterreise durch China ist dies allerdings vielleicht – von Rabatten auf Zimmerpreisen mal abgesehen – nicht allzu angenehm.

Keine Kleider mitnehmen
Ausser die, die man auf der Transsib braucht. Und in Peking bis zum Kleidermarkt. Man ist froh um jedes Gramm, das nicht im Rucksack steckt und in China kosten Kleider fast nichts.

Danke für Weiterempfehlungen:
  • Facebook
  • del.icio.us
  • MisterWong.DE
  • Twitthis

5 Antworten

  1. PeterPan says:

    Hey Ihr Zwey!

    meine Rede auf Reisen: So wenig wie möglich mitnehmen! Für (meine) Reisen reicht Pass, Ticket, Kreditkarten, kleinster Rollkoffer mit dem Nötigsten: Digicam, Laptop, MobilePhone, Ladegeräte, Handtuch+Bademantel (siehe Hitchhikers Guide to the Galaxy), Notfallsocken und -Unterwäsche, sowie “Waschzeugs”. Sonst hat man alles am “Körper”. Sonst bekommt man “Alles” auch unterwegs oder am Zielort.
    Brüderchen Mike benötigt ein mobiles Camping-Klo :-)

    Hasta Luego!
    Petro

  2. Judith says:

    Das ist genau das Problem: Mit Notebook, Kamera, Festplatte und Stativ hat man schon ziemlich viel Gepäck. Kleider einsparen ist einfacher;-)

  3. Ach…das Gepäckproblem kenne ich. Vor allem wenn’s tiefer Winter in Sibirien ist, hat man lieber etwas mehr Kleidung mit als zu wenig. -30 Grad und darunter können sonst ordentlich unangenehm werden. Da spricht natürlich die wärmere Reisezeit für Rucksack-Touristen mit der Transsib. ;-)

    In den meisten Punkten kann ich Euch beipflichten, das war bei mir auch so. Sam, ich erinnere mich gerade an Deine Kommentare in meinem Transsib-Reisetagebuch vor der Abreise. Ist das Meiste so eingetroffen, gell?

    Bezüglich Steckdosen: Im Zug Nr. 2 waren Steckdosen in den 2-Bett-Abteilen vorhanden und auch am Gang. Ich hatte nur Handy mit, war kein Problem zu laden. In anderen Abteilen habe ich gesehen, dass der Laptop am Gang angesteckt wurde. Vielleicht ist die Steckerleiste im Abteil, direkt an der Lampe, zu schwach dafür?

    Im Zug Nr. 6 Moskau-Peking-Express habe ich auf Steckdosen nicht geachtet, da ich dummerweise mein Ladegerät in Irkutsk vergessen hatte *grummel*

    Im Zug Nr. 24 Ulan-Bator nach Peking gab es auch Steckdosen am Gang in den Waggongs mit den 4-Bett-Abteilen – auch hier funktionierte das Laden des Handys mit den Europäischen Steckern einwandfrei (Geborgtes Ladegerät aus Schweden).

    Wünsche Euch weiterhin gute Reise!

  4. nguyenvannam says:

    hi my judith and sam

    how are you? hope you remember me, I am your guide easyriders. so I open your website so beautyfunl hope you everything well and good healthy see you soon on new thing wait to hear from you soon bye….bye

  5. Beni says:

    Eure Reise mit der Transsibirischen könnt ihr auf google per video-map-synchronisation nochmals durchleben…;)
    http://www.google.ru/intl/ru/landing/transsib/en.html

    saliii:)
    Beni

Antworten