Unterwegs im Bolaven Plateau


Das Bolaven Plateau ist eine Ebene in Südvietnam. Die Lage, 800 m.ü.M., versprach etwas Abkühlung, viele Wasserfälle und verschiedene Volksgruppen, die hier leben. Wir mieteten ein Motorrad in Pakxe. Bezahlt wird, wenn man das Fahrzeug zurück bringt. So konnten wir unterwegs entscheiden, wie lange wir bleiben würden.

Wasserfälle
Am ersten Tag bewunderten wir auf dem Weg nach Pakxon drei verschiedene Wasserfälle. Wir mussten zwar überall 0.50$ Eintritt pro Person bezahlen und 0.30$ für den Motorrad-Parkplatz, aber das Geld wir vor Ort für Treppen und Brücken investiert.

Beim ersten Wasserfall “E-TU” waren wir die einzigen Besucher. Das Wasser stürzt etwa 40 Meter hinunter in ein kleines Wasserbecken. Eine Treppe führt hinunter zum Fluss. Ringsum wuchert ein grüner Dschungel. Oberhalb des Wasserfalls ist ein Restaurant mit einer riesigen Terrasse. Wir assen “Fried Noodles” und lauschten dem Lärm der Grillen. Drei junge Frauen kümmerten sich um uns zwei einzigen Gäste. Als wir bezahlen wollten, mussten wir sie suchen. Ich fand sie in einem Nebenraum vor dem Fernseher.

Auch für Schweizer gefährlich
“Tad Fane” sind zwei Ströme die aus einem weiten grünen Wald kommen und 120 Meter in die Tiefe stürzen. Ein schmaler Weg führt hinunter zum Wasserbecken. Ein Schild warnt vor einem gefährlichen Abstieg. Als Schweizer ist man sich ja einiges gewohnt und wir wollten trotzdem hinunter steigen, brachen die Übung jedoch nach 20 Höhenmeter ab.
Der Weg ist staubig, rutschig und steil, es gibt weder Treppen, Geländer noch Seile, obwohl der Weg sehr steil abfällt. Ein Ausrutscher reicht um 100 Meter in die Tiefe zu fliegen.

Erfrischung
Dafür führt bei “Tad Yuang” eine Treppe nach unten und wir gönnen uns ein Erfrischendes Bad unter den Zwillingsfällen.

Übernachtung im Kaffeegebiet
Auf unserer Weiterfahrt beginnt es zu regnen, wir nehmen deshalb in Pakxon das erste Guesthouse. Seit langem schlafen wir wiedermal unter einer warmen Decke. Die Abkühlung tut gut.

Die klimatischen Bedingungen auf dem Bolaven Plateau sind ideal für den Kaffeeanbau. Den Tag durch ist es in der Trockenzeit ca. 26 Grad, in der Nacht fallen die Temperaturen auf etwa 10 Grad. Es regnet mehr als im Flachland. Dazu kommt der mineralhaltige, vulkanische Boden. 5000 Familien leben hier vom Kaffeeanbau.

Krieg
Das Bolaven Plateau hat aber eine traurige Vergangenheit. Während dem Vietnamkrieg war es eine wichtige Drehscheibe für die nordvietnamesische Armee. Der Nachschub von Hanoi lief über den Ho-Chi-Minh-Pfad nach Saigon, ein Teil des Pfades geht über das Plateau. Um den Nachschub zu unterbrechen wurde diese Region deshalb von den Amerikanern am stärksten bombardiert.

Bombenregen
Damals, in 1967, war Laos bereits als neutraler Staat anerkannt. Ohne die Weltöffentlichkeit zu informieren, begann die USA ihr Bombardement gegen das Nachbarland Vietnams. Über 3 Millionen Tonnen Sprengstoff liessen die sie auf Laos nieder, das war damals eine Tonne Sprengstoff pro Laote. Laos ist somit das meist bombardierte Land der Welt. Noch heute gibt es viele Blindgänger, welche immer wieder Bauern bei der Arbeit oder Kindern beim Spielen verletzen.

Tayick Sena
Im Weltreiseforum las ich vom Tayick Sena Wasserfall. Ein Traveller beschrieb ihn im als den schönsten Wasserfalls Südostasiens, deshalb wollten wir ihn besuchen. Auf den ersten 10 Kilometern gab es auf der Strasse noch Asphalt, aber dieser war gespickt mit Löchern. Darauf folgte eine rote Naturstrasse durch den grünen Dschungel. Nach Angaben im Forum mussten wir dann irgendwann mal links abbiegen “Richtung Power House”. Weil das Schild sehr lange nicht auftauchte, befürchteten wir, es bereits verpasst zu haben. Dank iPhone und Geocache Applikation konnten wir jedoch die Koordinaten überprüfen, der Ort lag weiter im Osten.

Abbiegung zum Wasserfall
Nach 40 Kilometer auf der holprigen Strasse kam endlich die Kreuzung und wir bogen links ab. Nach wenigen Kilometer kam das Schild zum Wasserfall. Wir mussten unser Motorrad noch ein Stück durch den Wald chauffieren und schliesslich den Abstieg zu Fuss in Angriff nehmen. Der Blick auf den Wasserfall mit den rosa Blumen ringsum entschädigte die weite Fahrt.

Im Dschungel verirrt
Es war etwa 16 Uhr und wir entschieden uns nicht zu baden, sondern weiter zu fahren, da wir vor Sonnenuntergang Sekong erreichen wollten. Am Tag zuvor hatten wir uns noch eine Karte in einem Guesthouse besorgt. Wir fuhren zurück zum “Powerhouse” Schild um dort der Strasse geradeaus wieder zu folgen. Bald kamen wir an eine Weggabelung. Auf unserer Karte gab es nur die eine Strasse und wir waren nicht sicher, welche wir nehmen mussten. Wir entschieden uns für links.

Wir fuhren viele Kilometer nur durch grünen Wald, kein Dorf war zu sehen auf dieser Strecke. Schliesslich standen wir vor einem geschlossenen Tor. Endstation. Ein Schild wies auf ein Wasserkraftwerk hin. Im Schatten sassen drei Leute, die zwar kein Englisch konnten, aber mit Handzeichen erklärten, dass wir hier nicht weiter konnten. Ich fragte nach “Sekong” und sie zeigten den Weg zurück.

Alles zurück
Also fuhren wir zurück zur nächsten Weggabelung um dort die rechte Strasse zu nehmen. Wenn wir nun Gas geben, so gut das auf dieser holprigen Strasse aus Erde ging, würden wir Sekong noch vor Dunkelheit erreichen. Diesmal kamen wir wieder an Dörfer und Menschen, die im Fluss badeten, vorbei. Die Laoten hier waschen sich jeden Abend vor dem Nachtessen im Fluss. Die Männer in Shorts, die Frauen binden sich ihren Sarong, ein Tuch um. Die Kinder sind meistens nackt.

Nach einigen Kilometern führte uns der Weg mitten in ein Dorf und es sah wieder nach Endstation aus. Die Leute schauten uns verwundert an. Wir sagten Sekong, sie zeigten den Weg wieder zurück und streckten ihre Finger in die Höhe, wie wenn sie uns zeigen möchten, dass es noch weit ist und es bald Nacht würde. Wir fragten nach Ban Lak, ein Dorf auf dem Weg nach Sekong. Dort würden wir wieder eine asphaltierte Strasse finden. Wir mussten zurück zum “Powerhouse – Schild” fahren und dort nochmals jemanden fragen. Unser knallrotes Motorrad brachte uns zurück zur Kreuzung.

Flucht vor der Dunkelheit
Dort trafen wir zwei Traveller, die sich beim Wasserfall zuvor noch Zeit zum Schwimmen genommen hatten. Sie wollten vor Sonnenuntergang noch nach Pakse, waren zuvor aus Sekong gekommen. Wir mussten also den Weg Richtung “Power House-Schild” nehmen, es seien etwa 25 Kilometer bis Ban Lake zur geteerten Strasse. Die Sonne verschwand schon fast hinter den Bäumen am Horizont, und wenn die Sonne hier mal weg ist, wird es ziemlich schnell dunkel. Also keine Zeit verlieren.
Wir rasten über die rote Erde Richtung Pakson, dabei machte ich mir viele Gedanken, wie wir wo übernachten könnten, falls es nicht reicht. Der Weg führte nun über Hügel, was uns auch noch Zeit kostete. Endlich kamen wir wieder in eine flache Ebene und es hatte wieder kleine Dörfer im Dschungel. Eine Erleichterung. Diese Menschen würden uns sicher nicht einfach den Schlangen und Tigern im Wald überlassen…

Unser Kilometerzähler hatte bereits 25 Kilometer seit dem “Power House-Schild” gezählt, unter unseren Rädern war jedoch immer noch rote Erde. Mit der Sonnenbrille war es jetzt schon sehr dunkel, ohne Sonnenbrille sah man zwar noch die Schlaglöcher, aber der Staub in den Augen machte einen trotzdem blind. Nach 30 Km fuhren wir in Ban Lak ein. Wir stellten das Motorrad mitten auf der Kreuzung ab, wo der rote Weg auf den Asphalt traf. Ich konnte mich kaum noch bewegen, alles schmerzte von dieser langen verkrampften Fahrt auf dem Motorrad. Einige Frauen vor einem kleinen Getränkestand schauten uns amüsiert zu.

Suche nach Schlafplatz
Wir hatten zwar Licht am Motorrad und auf der Teerstrasse hätten wir es wohl nach Sekong geschafft, aber wir waren zu müde, um weiter zu fahren. Sam fragte die drei Frauen, ob es hier ein “Homestay” gebe. Eine Frau hielt ihre Hände zusammen und legte den Kopf darauf, wir nickten. Gleich hinter dem Shop lag ein Haus, wo eine Mama ein Zimmer für uns vorbereitete. Darin standen sogar zwei Better mit Decken und ein Moskitonetz (Foto).

“Homestay” in Laos
In Laos gibt es in den meisten Dörfern solche “Homestays”. Sie sind unterschiedlich. Manchmal bekommt man einfach eine dünne Matte und ein Moskitonetz und übernachtet irgendwo auf dem Boden. Andere Familien haben ein extra Raum für die Besucher oder sogar eine Art “Guesthouse”. Es ist eine günstige Übernachtungsmöglichkeit und schön um mit Menschen Kontakt zu knüpfen.

Hier ein paar Bilder der Wasserfälle

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7 Antworten

  1. greyowl says:

    Abenteuerlich! Besser ein einfaches Homestay als den Schlangen und Tigern im Wald überlassen zu sein!

  2. PeterPan says:

    hoi ihr zwoi..

    wie ich sehe erforscht ihr abseits der gängien routen das schöne land. bin erst ab anfang mai wieder in der gegend. aber eher wieder etwas südlicher. brüderchen mike fliegt schon morgen mit dem a380 nach bangkok. lasst es euch gut gehen und bleibt gesund.

    gruss peter

  3. Judith Steiner says:

    @Peter Gehst Du wieder nach Thailand? Wir sind im Moment in Chiang Mai, fliegen morgen aber nach Burma. Ungefähr in einem Monat sind wir wahrscheinlich in Bankok.

  4. greyowl says:

    Ich wünsche Euch Gute Reise nach und in Myanmar!

  5. Judith Steiner says:

    Danke greyowl! Es wird wohl auch keine neue GPS Updates geben. Schön, dass Du bei unserer Reise immer so dabei bist.

  6. PeterPan says:

    Hoi Ihr Zwoi..

    fliege am 7.5. in Zürich ab und am 8.5. in Bangkok. Meine Natelnummer habt Ihr?

    Gruss Peter

  7. Judith says:

    Vergiss das rote T-shirt nicht:-) Am 7.5. wären wir nur noch in Bankok, falls wir nicht vorher wegkommen. Ist im Moment ja nicht der beste Ort zum Verweilen. Aber schreib uns doch mal Deine Nummer. Wer weiss…

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