Wie ein Tag in Bollywood (Teil 2)

Ye’s Geschichte bewegt uns. Wir buchen bei ihm eine weitere Tour. Er organisiert uns ein Taxi mit Fahrer. Wir wünschen die günstigste Variante. In diesem Fall ist das Taxi ein etwa vierzigjähriger Mazda, der zwischendurch auch mal auf der Strasse stecken bleibt, aber nach gutem Zureden von Seite des Fahrers immer wieder anspringt (Foto).
Als wir am Abend von unserem Ausflug zurück kommen, fragt Sam, ob wir für ihn die Trishaw kaufen könnten -“Yes sir!“ erwidert Ye überrascht, aber ohne zu zögern, „das ist ein ‘Happy day’ für mich!“
Geschäft
Ye nimmt noch am gleichen Abend Kontakt mit seinem Trishavermieter, „Boss“ wie er sagt, auf. Dieser ist am nächsten Tag nicht in der Stadt. Weil wir Mandalay bald verlassen, ist seine Schwester bereit das Geschäft mit uns zu tätigen. Ye bringt uns mit seiner gemieteten Trishaw zu den Verkäufern. Es ist der letzte Tag des Water Festivals. Wir kommen deshalb pflotschnass bei unserer Geschäftspartnerin an. Die etwa 60 jährige Burmesin empfängt uns vor ihrem Haus. Ihr Bruder baut die Trishaws, gerade reich scheinen sie von seinem Geschäft nicht zu werden. Wir setzten uns auf zwei Holzschemel. Sam übergibt ihr 120 trockene Tausendernoten in Kyat.
Wie Bollywood
Nachdem die Burmesin das Geld durchgezählt hat, schüttelt sie uns die Hände, bedankt sich und fügt noch etwas auf burmesisch hinzu. Ye übersetzt: „Ihr seht aus wie indische Schauspieler.“ Ich frage: „Bollywood?“ Die Dame lacht und wiederholt „Bollywood.“ Wir sehen zwar eher aus wie zwei begossene Pudel, denke ich. Aber wenn in der Schweiz eines Tages zwei Menschen an meiner Türe klingeln würden, Haare und Kleider durchtränkt wie nach einem Platzreden, dann 120 trockene Tausendernoten aus der Hosentasche ziehen, um mein Fahrrad mit Seitenwagen für eine Fremden zu kaufen, dann würde ich mich wohl auch im falschen Film wähnen.
Teil 1 der Geschichte: Der Trisha-Fahrer


Das ist doch mal eine richtig gute Investition und ich denke ihr könnt auf Lebzeiten gratis Trishaw fahren.